Sich selbst an erste Stelle setzen? Not quite.

Hier folgt noch ein Blogeintrag zum Thema “sich selbst an erste Stelle setzen”, was mir immer mal wieder über den Weg läuft. Wer ist “sich selbst” und wo sind die Grenzen? Ohne Rücksicht? Was ist mit der Liebe gegenüber meinen Mitmenschen. Wem schade ich, wo komme ich nicht weiter, was lerne ich aus einer Situation.

Es fühlt sich wie Arbeit an den Blogeintrag hier zu formulieren. Ich sitze gemütlich auf der Couch und trotzdem. Ich frage mich warum, denn es ist ein Blogeintrag. Freiwillig, für diesen Blog, keiner fragt danach. Es gibt auch keine Forderung von jemandem diesen Eintrag zu schreiben. Selbst deshalb nicht, weil ich ihn angekündigt hatte. Ich könnte einfach den Eintrag löschen. Ich lasse ihn stehen und jetzt sitze ich da und schreibe.

Wem tue ich damit einen Gefallen? Meinem Körper? Nö, sitzen ist dauerhaft eher schädlich. Meinem Geist? Vielleicht ein wenig, weil ich mich anstrenge und beim Tippen die Finger koordinere, oh, da hat sogar mein Körper was davon, wenn ich es nicht übertreibe. Sonst habe ich recht wenig davon. Mein Ego? Vielleicht ein wenig. Aber am wichtigsten ist es eigentlich die wenigen Gedanken, die ich zu dem Thema habe, zu verbreiten.

Who is me?

Und da passen die ersten Zeilen jetzt eigentlich ganz gut dazu. Sich selbst an erste Stelle setzen. In diesem Moment des Tippens setze ich auf jeden Fall meinen Körper und meinen Geist nicht an erste Stelle. Und für mich sind das jedoch zwei sehr wichtige Teile von mir. Für diese beiden wäre es wahrscheinlich genügsamer nun ein paar Asanas zu machen, Atemtechniken und eine kleine Meditation auszuüben.

Also, ich setze eigentlich andere Menschen an erste Stelle, die die Möglichkeit haben den Blogeintrag zu lesen und mich selbst auch, aber erst in der Zukunft. In der Hoffnung, dass die Menschen, die das hier lesen sich daran erinnern im Umgang mit anderen. Und darauf wollte ich eigentlich die ganze Zeit hinaus.

Sich selbst an erste Stelle setzen, bedeutet für mich eben vor allem seinen Körper und Geist etwas Gutes tun, sein Ego zurückzustellen und sich um sich selbst kümmern und da sind Körper und Geist nun mal sehr wichtig.

Insbesondere heißt es für mich eben nicht, sein Ego und die mit dem eigenen “Ich” verbundenen Bedürfnisse an erste Stelle setzen. Ich brauche nun den Parkplatz vor dem anderen, obwohl dieser zuerst darauf wartete, dass die Lücke frei wird. Ich bin die Person, die noch in die volle U-Bahn passt, obwohl ich zuletzt am Bahnsteig war.

Das sind sehr einfache, aber vielleicht nachvollziehbare Beispiele. Und da gibt es sehr viele Momente.

Die Message, um die es mir geht ist, dass es wichtig und richtig ist, sich selbst an erste Stelle zu setzen, aber nicht andauernd und vor allem dann nicht, wenn andere Lebewesen und Natur involviert ist. Oder sogar geschädigt werden, weil man “sich selbst”, also das eigene “Ich” vor andere stellt.

Dort ist für spätestens die Grenze erreicht. Für mich persönlich in meinem Verhalten schon viel vorausschauender und viel früher. In dem Momente, indem ich wegen eigener mir selbst nicht bekannter Gründe anderen Schaden zufüge oder ungerecht oder unangemessen reagiere, ist es für mich etwas anderes als sich selbst an erste Stelle zu setzen. Sich selbst an erste Stelle setzen bedeutet für mich, seine eigenen Bedürfnisse gut zu kennen und im Umgang mit anderen Menschen, Lebewesen und der Natur rücksichtsvoll, respektvoll und angemessen zu handeln. Und in Situationen, wo es möglich ist, und das üben wir auch in meinen Session, so aufmerksam zu sein, und einem das eigene unangemessene Verhalten erst im Nachhinein bewusst wird, dann daraus zu lernen.

Die Tools und Methoden Breath & Bodywork und Meditation helfen genau dahin zu kommen.

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